Das Massaker vonn Distomo in der griechischen Literatur und in Veröffenlichungen

Es gibt zahlreiche Erzählungen, Berichte, Erinnerungen, Gedichte zum Massaker in Distomo. So gut wie nichts davon ist ins Deutsche übersetzt worden. Erschienen sind die Texte als Einzelveröffentlichungen in Zeitschriften und Artikeln.
Eine der ersten literarischen Darstellungen stammt von Taki Lappa, „Das Massaker von Distomo – Eine Chronik“ Taki Lappa, der in Griechenland auch als Kinderbuchautor bekannt war und 1995 verstorben ist, hat das Buch schon wenige Wochen nach dem Massaker begonnen.
1989 wurde das Buch mit Unterstützung der Stadt Distomo mit Grafiken von Antoni Kana und einem Vorwort des damaligen Bürgermeisters von Distomo, Jannis Kailis nachgedruckt worden. Eine weitere Auflage erschien 2001.

 

1978 erschien von Georgos D. Nikolao: „Das Massaker von Distomo“ Neben Berichten von Augenzeugen sind in ihm die ersten Berichte an die Präfektur mit über das Massaker abgedruckt. Auch ein Brief des Bürgemeisters von Oradour zur Aufnahme einer Städtepartnerschaft. Daneben noch kürzere Berichte über die Massaker in Kommeno, Kalavrita und ein Gedicht von Andreas Tsouras.

 

 

1994 von Jannis Vasdekis eine umfassende Darstellung der Ereignissee in Distomo. Neben der Erzählung: „Massenmord in Distomo“, die zumindest Teilweise im „Schwarzbuch der deutschen Besatzung“ abgedruckt ist, gibt er unter den Titel „Besatzung und nationaler Widerstand“ (Κατοχη και Εθνικη Αντισαταση) eine Übersicht der Partisanenbekämpfung und Terrorisierung der Bevölkerung durch die deutschen Besatzer in der Region Helikon und Parnass. Fotos der Opfer sowie die Namensliste der Opfer des Massakers vom 10. Juni 1944 und der Opfer von Karakolithos am 25. April 1944, geben einen Überblick über die damalige Situation in Distomo und den Ortschaften der Umgebung (Stiri, Kiriaki, Desphina Aulis). Hinzu kommen kurze Berichte über die Massaker in anderen Griechischen Orten (Kommeno, Kalavrita, Chortiatis, Moutsiotitsas, Kandanos, Kalamis, Levadia sowie über die Verbrechen der deutschen Besatzungsmacht in Oradour und Lidice.
1994 erschien außerdem: „50 Jahre nach dem Massaker von Distomo 1944-1994“. Es handelte sich um die offizielle Publikation der Stadt Distomo zum 50. Jahrestag des Massakers. Gedruckt wurde es mit Unterstützung des frz. Konzerns ‚Al Aluminium SA‘ sowie ‚Bauxits Delhi Distomo SA‘. Es ist in der Zeitschrift ‚Embolimon‘ (Eμβολιμον) erschienen. Neben der Erzählung von Taki Lappa enthält es auch den erzählenden Bericht von Sotiris Patatzis („Distomo“), den ich als einzige mir verfügbare Übersetzung aus dem griechischen zum Ablauf des Massakers gewählt habe. Der Übersetzer war Argyris Sfountouris, der den Bericht im April 1970 in der von ihm in der Schweiz herausgegebenen Zeitschrift „Propyläa – Zeitschrift für Griechenland“ ) veröffentlichte. Der Band enthält auch große Anzahl von Gedichten bekanntere und unbekannterer Autoren aus Distomo und der Umgebung, die für sich schon eine Veröffentlichung rechtfertigen würden.

Abgedruckt ist auch Das Theaterstück von Andreas Tzouras ‚Distomo – Blutende Menschheit‘ (Δίστομο, ματωμένη ανθρωπότητα). Das 1984 in einer eigenständigen griechisch-französischen Ausgabe erschienen und 1999 dann in einer griechische-englischen Ausgabe.