Museum der Opfer des Nationalsozialismus (Μουσείο Θυμάτων Ναζισμού)

Das Museum wurde 2005 von dem damaligen Bürgermeister Loukas Papachristos in Anwesenheit des Präsidenten Karolos Papoulias eröffnet und befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft des Rathauses.

Nach Informationen der offiziellen Webseite der Gemeinde liegt die durchschnittliche Besucherzahl bei 150 Besuchern im Monat. Es sind inzwischen auch Touristen, die in früheren Jahren direkt nach dem Kloster Osiu Louka weiter fuhren, die das Museumbesuchen.
In diesem Jahr hatte ich Gelegenheit das Museum gemeinsam mit einer griechischen Theatergruppe aus Thessaloniki zu besuchen. Als Deutscher fühlte ich mich dabei als Sachverwalter für das ungeheuerliche Verbrechen, welches in Distomo von meinen Vorfahren gegangen worden war.

Eingerichtet ist es in Räumen der alten Volksschule. Im Eingangsbereich hängt ein Foto der am 16. März 2009 verstorbenen Maria Pantiska aus Distomo.
Das Foto wurde durch die Veröffentlichung in der Times vom 27. November 1944 berühmt und hat Symbolcharakter für die Verbrechen der deutschen deutschen Besatzungsmacht in Griechenland. Auch andere Orte in Griechenland, an denen ähnliche Verbrechen stattgefunden haben nutzen das Foto auf Publikationen zu den jeweilegen Gedanktagen. Ebenso der AK Distomo auf seiner Webseite.
Im Erdgeschoss des Museums befindet sich ein Medien- und Tagungsraum. Auf der ersten Etage dann das eigentliche Museum mit den Fotos aller Opfer des Massakers vom 10.Juni 1944. Im Vorraum finden sich außerdem historisches Material, Zeitungen und Zeitschriften mit Fotografien und Gegenständen aus der Besatzungszeit.
Eine interaktive Installation mit Fotos der im Mausoleum der Gedenkstätte untergebrachten Gebeine der Opfer bewirken eine Nähe zu den Opfern, die von ihrer Intensität schwer zu ertragen ist.

Die ehemals am Museum angebrachte Marmorbild des Künstlers Dimitris K. Barkas befindet sich nun an der Aussenwand des Rathauses von Distomo. Es zeigt Szenen des Massakers. Verweist aber auch auf den Mut der Distomiten, mit dem sie dem Verbrechen begegnet sind.

© 2010 Jürgen Rompf, Köln, Stand: November 2010